Teil eines Werkes 
3. Bd. (1869)
Entstehung
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tiefer, beängſtigender Schatten in ihr reines Herz und Leben. Das konnte und das wollte ſie nicht ertragen.

Mit dem Gatten redete ſie davon nicht ſie fühlte

etwas zwiſchen ſich und ihm, ohne ſich recht klar zu werden, was das ſein könne. Sie ſah ihn auch am Abend gar nicht mehr, da er nach ſeinem Spaziergange noch den Club aufgeſucht hatte und erſt ſpät in der Nacht heimgekehrt war. Indeſſen auch am folgenden Morgen, wo die üble Laune des vergangenen Tages wie gewöhnlich überwunden war, kam die Sache nicht mehr zur Rede, Dagobert's wurde gar nicht mehr ge⸗ dacht, und als er, wie häufig, im Laufe des Morgens einſprach, ſtreifte Felix, der ſchon wieder zur Stadt und zum Hafen hinabwollte, wo die Vorbereitungen zu einem gemeinſamen weitern Ausflug des Kreiſes ge⸗ troffen wurden, ganz in der gewöhnlichen, höflichen und gleichgültigen Weiſe an ihm vorüber.

Als ſie mit dem Vetter allein war, empfand ſie zum erſten Mal jenes tiefe Unbehagen, das uns über⸗ kommt, wenn wir in einem Bekannten, den wir bisher unbefangen nahmen, wie er ſich zeigte, plötzlich etwas Anderes und Beſonderes finden und zu beobachten haben ſollen, das er uns, gleichviel aus welchem Grunde, zu verbergen ſuchte. Sie ertrug auch dies Gefühl nicht,

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