Aeußerungen, und ſie hatte endlich das herzlichſte Ver⸗ trauen zu ihrem Gemahl und glaubte ihn gut genug zu kennen, ſodaß ſie auf den Angriff, der anſchei⸗ nend ſie ſelbſt geſtreift, gar keinen Werth legte. Der Scherz, den ſie vorhin mit dem Gatten verſucht hatte, exiſtirte nun, da ſie das Geſchehene überlegte, nicht mehr; Eiferſucht war eine Empfindung, welche in dieſer Ehe, bei dieſen beiden Menſchen niemals zur Geltung kommen konnte, am wenigſten hier, wo, wie Felix es ganz richtig bezeichnet hatte, ſchon der Geſchmack der Gräfin eine innere Annäherung unmöglich erſcheinen ließ. Nein, was Charlotte gegenwärtig allein beſchäftigte und be⸗ trübte, war hier die Anklage Dagobert's und dort die
Warnung vor ihm— wir ſagten ſchon, daß ſie an
nichts Verſtecktes im Menſchen glaubte und von nichts Ueblem und Feindſeligem wußte— und vor allem war es der einzige Grund, den Felix hatte anführen mögen: die ſogenannte Feindſchaft zwiſchen den beiden Linien der Othmaringen. Das war wie eine alte Sage ge⸗ weſen, die man vernimmt und wieder vergißt; es iſt ja eben nur eine Sage! Allein jetzt, wo ſie ſo zu ſagen als Factum vor ſie hintrat und ihr als ſolches von einem Andern, verhältnißmäßig Unbetheiligten als ein ſolches vorgehalten wurde, war es damit etwas Anderes und es fiel von derſelben wie ein


