Teil eines Werkes 
3. Bd. (1869)
Entstehung
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merkſamkeit nahe, die ihrer tiefen und innigen, aber nichts weniger als leidenſchaftlichen Natur auf das freundlichſte zuſagte und ſie um ſo mehr beglückte, als ſie des Gatten ganzes Weſen zu erfüllen ſchien und ihr gegenüber niemals die Verſtimmung zum Durch⸗ bruch kommen ließ, die ihn, wie geſagt, neuerdings nicht ſelten beherrſchte und über die weder ſie ſelbſt noch irgend Jemand ſonſt zur rechten Klarheit gelangte.

Um ſo mehr mußte ſie daher durch ſein heutiges Auf⸗ treten überraſcht werden, da es ſich nicht nur gegen Dagobert richtete, mit dem Felix bisher in einer zwar oberflächlichen und von ſeiner Seite faſt ein wenig mißachtenden, im geſellſchaftlichen Sinn aber immer doch ganz erträglichen Stellung geblieben war, ſondern ſich auch mit ſo eigenthümlicher Schärfe gegen ſie ſelber wandte und ſie ſo zu ſagen auf einem Terrain anzu⸗ greifen wagte, wo ſie von jeher ſich mit dem vollen⸗ detſten Takt und ohne den leiſeſten Vorwurf bewegt hatte.

Gräfin Charlotte war, wie wir ſtets wiederholen müſſen, zu edel und zu ſelbſtlos, als daß ſie bei dem hätte verweilen ſollen, was ſie, wäre ſie eine Andere geweſen, allenfalls hätte verletzen können. Sie war auch zu einſichtig, um nicht anzuerkennen, daß der Menſch nicht immer Herr iſt über ſeine Stimmungen und ihre

Hoefer, In der Welt verloren. III. 2