„Das weiß ich zwar auch nicht“, ſagte er, ſeinen Hut nehmend, mit finſterem Ausdruck,„allein ich habe meine Gründe, ihm und ſeiner Aufdringlichkeit zu miß⸗ trauen, und ich bitte Dich, thue auch Du das und halte ihn in den gebührenden Schranken.“
Er ging mit kurzem Gruße fort, um noch einen Spaziergang durch den wundervoll ſchönen Abend zu machen, wie er das im Gegenſatz gegen ſeine frühern Gewohnheiten ſchon ſeit dem Beginn ihres hieſigen
Aufenthalts zuweilen gethan und neuerdings immer
häufiger, ja faſt alltäglich und trotz der größten, etwa vorausgegangenen Ermüdung übte. Man hatte in der Geſellſchaft ſchon darüber geſcherzt, ohne daß er ſich
daran gekehrt hätte, und auch Charlotte hatte keine
Einwendungen gegen dieſe neue Unterhaltung, da die⸗ ſelbe dem Gatten auf das beſte zu bekommen ſchien. Er kehrte ſtets in der munterſten Stimmung zurück. Was aber die Gräfin am meiſten an dieſen Gängen befriedigte, ja ſie dieſelben willkommen heißen ließ, war, daß gerade, ſeit ſie häufiger und nun faſt regel⸗ mäßig geworden, jene ſeltſame, neu erwachte Leiden⸗ ſchaft des Gatten für ſeine ſchöne Frau, welche ſie im Grunde nicht ſelten doch mehr erſchreckte als beglückte, ſich wieder zu einem ruhigen Maß zurückgefunden hatte. Felix ſtand ihr jetzt mit der frühern freundlichen Auf⸗


