Teil eines Werkes 
2. Bd. (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

217

Er beobachtete das mit der gleichen Gewiſſenhaf⸗ tigkeit, durfte man ſagen, mit der er anfangs das ganze Zimmer gemuſtert hatte. Zugleich aber ſuchte er ſich auch den weichſten Stuhl aus, ſetzte oder legte ſich viel⸗ mehr hinein, und da ſie jetzt die Mappe in den Tiſch ſchloß und den Schlüſſel zu ſich ſteckte, ſagte er:Du haſt es Dir hier wirklich ganz angenehm gemacht, Kind! Es iſt behaglich, zumal für einen kranken Menſchen, wie ich einer bin. Und da haſt Du denn gleich den Hauptgrund meiner Reiſe, fuhr er fort, indem er ſie die ſich auf ſeine Worte zu ihm gewendet hatte und ihn kalt muſterte, mit dem müdeſten Ausdruck ſeines Auges anblickte;Seine Hoheit erlaubten mir nach all den angreifenden Jahren Heilung und Stärkung zu ſuchen.

Es blitzte etwas wie eine finſtere Freude in ihrem Auge.Ah, alſo kam es auch mit Dir endlich dahin!

Wie denn? Daß meine Geſundheit endlich unter⸗ lag? Allerdings

Bah! Du verſtehſt mich ſehr gut! unterbrach ſie ihn mit jenem Zlick voll Haß und Rachſucht, der ihn zuerſt getroffen, nur daß zum mindeſten aus ihrer Stimme auch noch der ſchärfſte Hohn hervorklang.Alſo er iſt Deiner Armſeligkeit ſatt geworden und hat Dir einen