Teil eines Werkes 
1. Bd. (1869)
Entstehung
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und ſie ſich, anſcheinend halb bewußtlos, auf die Lehne des Stuhls ſtützen mußte. Man ſah es, es war ein Aufraffen der letzten Kraft, als ſie dennoch im nächſten Augenblick vorwärts ſchwankte, bleich wie eine Ster⸗ bende und, da ſie die Augen zu der Gebieterin erhob, mit erſtorbenem Blick. Sie hauchte etwas, das nicht verſtändlich wurde, und ſank in der nächſten Sekunde vor den Füßen der hohen Frau zuſammen.

Der ſtrenge, beinahe finſtere Blick, mit dem die Prinzeſſin dieſen ganzen Vorgang beobachtet hatte, ver⸗ wandelte ſich in einen erſchrockenen; ſie beugte ſich raſch zu dem unglücklichen Kinde nieder und richtete ſich noch raſcher wieder auf, da ſie daſſelbe in wirklicher, tiefer Ohnmacht fand. Ihr harter Klingelzug rief faſt augen⸗ blicklich den im Vorzimmer weilenden Diener herbei und faſt zugleich mit ihm erſchien auch Anna in der Thür.

Rufen Sie Roſalie und des Fräuleins Jungfer, herrſchte Conſtanze dem erſtern zu.Anna, komm, raſch! Und da der Diener verſchwand und die Alte

herbeieilte, fügte die hohe Frau mit gefalteter Stirn

und verdunkeltem Blick hinzu:Du haſt wieder Recht, meine Alte, da iſt das erſte Opfer der Sünde oder des Verbrechens? Nimm Dich ihrer an. Ich will währenddeſſen in ihrem Zimmer nachſehen.

Sie ſchritt ſchnell gegen die Thür und öffnete ſie 15*