223
ſie es bei ihrer Rückkehr ſich als eine beſondere Gunſt erbat, ſich in der alten Beſchränkung von neuem ein⸗ richten und wohl fühlen zu dürfen. Die fürſtlichen Pflege⸗ ältern zuckten lächelnd dazu die Achſeln, der Hof ſchüt⸗ telte ſeine ſtarken und ſchwachen, alten und jungen Köpfe, und mehr als einer und eine dachten mit einer gewiſſen Bänglichkeit an die Möglichkeit, daß ſie der hohen, gar zu einfachen und anſpruchsloſen Frau nahe geſtellt werden könnten. Prinzeſſin Conſtanze kümmerte ſich um alles der⸗ artige Sorgen und Bangen nicht und richtete ſich— ſo bürgerlich dürfen wir von ihr ſprechen— mit Zuſtim⸗ mung des Fürſtenpaars ganz nach ihren beſcheidenen Wünſchen ein, ſich ein warmes, freundliches und doch geſchmackvoll zierliches Daheim bereitend, in welchem es ihr ſelbſt und Jedem, der den Sinn der hohen Frau zu würdigen verſtand, wohl werden mußte. Und ebenſo, wie ſie es mit den Räumen hielt, in denen ſie ſich zufrieden fühlte, ebenſo berechnete und beſtimmte ſie auch ihre Umgebung— ſie wollte keinen Prunk um ſich und keinen Zwang. Es gab bei ihr keinen Schwarm von Dienern und Dienerinnen aller Art; die alte Kam⸗ merfrau, die ſchon ihre Mutter bedient hatte, genügte meiſtens für den täglichen und perſönlichen Dienſt, und die noch ältere Wärterin fungirte neben derſelben als


