Teil eines Werkes 
1. Bd. (1869)
Entstehung
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Jahren einem Gatten vermählt, dem außer ſeiner Stel⸗ lung als Erbprinz eines größern Staates verzweifelt wenig Vorzüge nachzurühmen waren, den ſie kaum Zeit hatte, kennen zu lernen, und der, als der Reiz der Neuheit verſchwunden war, von ſeiner liebenswürdigen, edlen und ſchönen Gemahlin bald immer weniger wollte und immer weniger nach ihr fragte. Es wurde eine Ehe, wie ſie ſelbſt im Fürſtenſtande Gott Lob nicht häufig iſt und in bürgerlichen Verhältniſſen und nach bürgerlichen Anſchauungen gar nicht unglücklicher hätte gedacht werden können, und ſie würde trotz Allem, was in ſolchem Falle als Hinderniß auftritt, zur Trennung geführt haben, wäre der Prinz nicht nach einigen Jahren geſtorben. Was man ihr in ihrer neuen Heimat und was ſie ſelbſt ſich zuweilen als Unglück angerechnet und was ihr in den Augen des Verſtorbenen ſogar zum Vorwurf gereicht hatte, daß ſie kinderlos geblieben, wurde jetzt ein Glück für ſie. Sie kehrte ungehindert zu den Ihren zurück und durfte ſich ausruhen in der alten Liebe, in einer erhöhten Zärtlichkeit und durch ihr Ge⸗ ſchick gerechtfertigten liebevollen Schonung.

Die Prinzeſſin war zu jung, zu ſchön und liebens⸗ würdig und die Verbindung mit ihr und ihrem Hauſe bot, zumal bei der Stellung ihres Bruders, zu viele Vor⸗ theile, als daß ihr nicht bald und wiederholt neue