Teil eines Werkes 
1. Bd. (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

219

Wünſche hätten nahe treten ſollen, und es fand ſich unter den Bewerbern wenigſtens der eine oder andere, der nicht nur dem Fürſtenpaare willkommen geweſen wäre, ſondern auch der Dame ſelber Garantien für eine glücklichere Zukunft an ſeiner Seite zu bieten ſchien. Aber die Erfahrungen ihrer erſten Ehe waren von der Art, daß Prinzeſſin Conſtanze wohl ein Recht hatte, zu erklären, ſie werde ſich nie wieder zu einem oolchen Opfer verſtehen und fortan über ihr Wohl und Wehe, ihr Glück und Herz ſelber entſcheiden. Und die fürſtlichen Pflegeältern, wie man ſie wohl heißen durfte, liebten, achteten und ehrten die ſchöne Frau zu ſehr und fanden ſie vor allem nach ihren Erlebniſſen all⸗ zuſehr in ihrem Recht, als daß ſie ſich ihrem Willen hätten widerſetzen ſollen.

So vergingen mehrere Jahre, in denen von der Prinzeſſin allmälig immer weniger zu vernehmen war, nur daß der Ruf ihrer Herzensgüte, ihres Geiſtes und Gemüths ihr die Menſchen ſtets herzlicher verband, und man gewöhnte ſich an den Gedanken, daß die ſchöne, noch jugendliche Frau ihrem Wittwenſtande unabänder⸗ lich treu bleiben werde. Da begann man plötzlich zu

beobachten, daß ſie den Rittmeiſter Baron von Bilings⸗ felden in einer Weiſe auszeichnete, welche kaum miß⸗ deutet werden konnte und für jede andere Dame in