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angewandt war, und trotzdem nun mit einem Mal wieder auftauchte und feierlich auf das junge Mädchen über⸗ tragen wurde. Man wußte keine beſondere Gelegen⸗ heit, keine beſondere Veranlaſſung, nicht, wer ihn zuerſt ausgeſprochen, noch wer ihn weiter getragen. Er war eben da und blieb fortan der Dame zu eigen, deren wirklichen Namen man darüber ſchier ganz vergaß. Wo man hier zu Lande von ihr wußte, oder ſie ſah, oder ſie nannte, da war es niemals das Fräulein, ſon⸗ dern ſtets nur die Roſe von Othmaringen.
Das Volk aber verleiht ſeine Titel und Würden ſelten oder nie nach Gunſt und Laune, ſondern faſt immer nur aus gutem, richtigem Grunde und an den, der ſie verdient und ihrer würdig iſt. Und das war auch hier der Fall. Keine Dame von Othmaringen hatte jemals den Beinamen mit größerem Recht ge⸗ tragen, und wenn man überhaupt ein Menſchenkind mit einer Blume und gar mit dieſer vergleichen kann, ſo bot ſich hier Veranlaſſung dazu. Als Charlotte Eliſabeth von Othmaringen zur Jungfrau heranreifte, war ſie eine junge Roſe, nicht an Stolz, aber an Duft und Friſche, an holdſeliger Reinheit und Schönheit, der Augen⸗ und Herzenstroſt im Schloß und Dorf und wo man von ihr wußte.
Wenn hier alſo die ſchwermüthige Ahnung des


