Teil eines Werkes 
1. Bd. (1869)
Entstehung
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ihrer Aeltern die erſte Liebe ihres jungen Herzens zum Opfer gebracht hatte. Wenn jedoch eine immer ſtei⸗ gende herzliche Neigung und gegenſeitige Achtung, Her⸗ zensgüte, Anmuth und Würde in allen Lebenslagen hier, und Charakterſtärke und unwankbare Ehrenhaftig⸗ keit da eine Ehe zu einer glücklichen zu machen ver⸗ mögen, ſo verdiente diejenige Othmar's dies Beiwort in hohem Grade. Als dieſer Bund nach neun Jahren durch den Tod der Baronin gelöſt wurde, hatten beide einander eigentlich niemals ſchwere Stunden gemacht, und wenn etwas ihren Frieden getrübt hatte, ſo war es, daß von ihren vier Kindern nicht eins am Leben blieb. Wie beide geartet waren, war es nicht unmög⸗ lich, daß ſie in einem ſolchen wiederholten Unglück eine Art von Strafe für den erzwungenen Bund erkannten. Die Baronin hatte dergleichen nach dem Tode des dritten das vierte ſtarb erſt nach ihr in ihrem tie⸗ fen Schmerze angedeutet, und ihr Gemahl hatte ſtumm und finſter dazu das Haupt geneigt.

Wie betrübend dieſe Erfahrung auch für beide war, lag darin doch weder für den einen noch für den an⸗ dern etwas Verletzendes. Denn beide wußten von ein⸗ ander und ehrten es, daß jene erſte verlorene Liebe eine reine und echte geweſen war und, wenn auch ſtill über⸗ wunden, doch niemals vergeſſen wurde.