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Der Baron ſchien indeſſen ſeine Frau doch mehr geliebt zu haben, als dieſer oder jener geglaubt haben mochte, denn nach ihrem Tode ging mit dem zwar nicht lebensluſtigen, aber doch heitern Herrn eine Verän⸗ derung vor, die nicht größer zu denken war, und er lebte eine ganze Reihe von Jahren ſo einſam auf ſei⸗ nen Beſitzungen weiter, wie es nicht einer ſeiner Vor⸗ fahren gethan hatte, und als ſei er der Welt und dem Leben völlig abgeſtorben— ein ſtattlicher, ja ſchöner Mann, ein Dreißiger, und der letzte ſeines Stammes! Seine Umgebung fing an beſorgt zu werden und der Arzt, der, wenn auch niemals vom Baron verlangt, dennoch gelegentlich einmal auf dem Schloſſe vorzu⸗ ſprechen pflegte, mahnte und bat und ſchüttelte ſtets abgewieſen immer ernſtlicher den Kopf und ſprach gegen Florian Hausmann, den Pfarrer von Othmaringen, eine ſtets größere Beſorgniß aus, daß es mit dem Herrn unmöglich lange ſo fortgehen dürfe, wenn man nicht ein trauriges, vielleicht baldiges Ende befürchten ſolle.
„Der Herr iſt, was wir einen Melancholikus hei⸗ ßen“, ſagte er wohl,„und bei einem ſolchen bleibt es nicht bei leiblichen Störungen, es kommen nach und nach auch geiſtige. Ja, ich fürchte, ſie haben ſchon an⸗ gefangen. Was Teufel, ein Mann von ſolchen Jahren, ſolchem Rang, ſolchem Vermögen, und lebt wie ein


