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Zur linken Hand : eine Erzählung / von Edmund Hoefer
Entstehung
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nicht in phantaſtiſchem Jugendrauſch, ſondern mit dem

vollen, warmen Vertrauen Ich kann nicht, Bernhard! unterbrach ſie ihn mit einer Stimme, in welcher Thränen zitterten. Dann leben Sie wohl, Frau Baronin, ſprach er nach einer kaum bemerkbaren Pauſe hart und ſtolz. Er knöpfte den Rock zu und nahm den Hut vom Stuhl,

auf den er ihn vorhin geſtellt hatte.Wenn das Ihr

letztes Wort iſt von mir vernehmen Sie kein neues.

Sie ſchaute noch einmal zu ihm auf. Ihre Augen waren ganz geblendet von Thränen.Es muß ſo ſein ich kann nicht anders! flüſterte ſie.

Da wandte er ſich ſchroff und kurz, ohne Blick, ohne Gruß, ohne irgend eine Bewegung auf dem Ab⸗ ſatz um und verließ harten Schrittes das Gemach.

Sie ſchaute ihm durch die Thränen regungslos nach, bis die Thür ſich hinter ihm geſchloſſen hatte. Dann deckte ſie langſam beide Hände auf die Augen und ihre Lippen murmelten:

Umſonſt, umſonſt geliebt! Geh hin und laß mich gehn!

Geſchieden iſt geſchieden! Der letzte Ton verklingt.

Sie haben ſich niemals wiedergeſehen. Marie lebte ihr Leben in Stille und Frieden weiter, welche von keinen Stürmen mehr geſtört wurden. Daß ſie