ſolche Empfindlichkeit?“ Man ſah und hörte es wohl,
wie das keine Worte eines Herzens voll Liebe, Reue und Sehnſucht waren, ſondern wie ſich in dem Mann der Zorn aufbäumte über einen Widerſtand, den ſein Hochmuth gar nicht für möglich gehalten hatte.
Beide hatten es nicht bemerkt, daß die Commerzien⸗ räthin ſich längſt zurückgezogen hatte und durch eine Neben⸗ thür verſchwunden war.
„Und Du ſagſt, Du kannſt nicht?“ rief er noch⸗ mals aus.
„Nein, ich kann nicht, Bernhard!“ ſagte ſie leiſe und weich, faſt klagend.„Geſchieden iſt geſchieden.“
Du weißt— wenigſtens ſollteſt Du's wiſſen!— das Gericht hat niemals dieſen Spruch gethan!“ rief er heftig.
Sie ſah von neuem zu ihm auf, ebenſo flüchtig, ebenſo tief wie vorhin.„Das that Gott und das Le⸗ ben“, verſetzte ſie, immer gleich leiſe und ſanft.
Ein jäher, wilder Zorn blitzte aus ſeinen Augen auf ſie nieder.„Als Bettler komme ich nicht, ſtehe ich nicht vor Dir“, ſprach er drohend.„Ich weiß, was ich mir ſchuldig bin. Ich biete Dir noch einmal den Platz an meiner Seite— lebe neben, lebe mit mir, geehrt und geliebt, wie es der Gemahlin des Prinzen von S.
gebührt, voll Liebe gegen mich und auch von mir geliebt,
Hoefer, Zur linken Hand. 17


