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Zur linken Hand : eine Erzählung / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Nacht vernahm, hat mir weh gethan, Marie! Aber ich dachte, es ſei das letzte Ausklingen der Mißverſtändniſſe und der traurigen alten Einflüſſe, die uns getrennt. Ich hoffte Dich heute Morgen mir mit der ganzen wieder erwachten Liebe entgegeneilen zu ſehen Du mußteſt mich erwarten! Und da ich Dich dennoch nicht fand und wußte, wo ich Dich zu ſuchen habe, da durft' ich freilich nicht ſäumen, fuhr er fort, den Blick von neuem auf Frau Conſtanze richtend und ohne anſcheinend es zu ſpüren, daß Marie ſich eben mit einer kaum bemerkbaren Be⸗ wegung von ihm frei machte.Ich weiß es, daß die Frau Commerzienräthin mich längſt nicht mehr in ſo freundlichem Lichte anſieht wie vordem. Ich würde mich auch nie hier einzudrängen gewagt haben, hätte ich ſäumen dürfen, Marie zum wenigſten in dieſer Stunde mir gegenüber frei zu erhalten von Er vollendete nicht, denn das Auge der Dame begegnete ihm mit dem Ausdruck des ruhigen, aber ernſten Er⸗ wartens.

Und ſo verzeihen Sie mir den Ueberfall, Frau Commerzienräthin, ſagte er wirklich in weniger ſchar⸗ fem Tone.Ihr Mann erlaubte mir ihn gewiſſermaßen. Und nochmals, ich habe nicht zu ſäumen, und was zwiſchen Marien und mir ſich ordnen muß, ſchließt jeden Dritten aus jeden, ſelbſt den Geliebteſten!