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Zur linken Hand : eine Erzählung / von Edmund Hoefer
Entstehung
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nicht von tiefſter Bedeutung hätte ſein ſollen. Und ſie ſah die Veränderung, die mit dem Prinzen Bernhard vorgegangen war, viel ſchärfer, ja erſchreckender hervor⸗ treten, als die Andeutungen des Sanitätsraths es hatten vermuthen laſſen. Zumal ſie, die ihn noch viel länger nicht geſehen, erkannte ihn wirklich kaum wieder! Die ſtolze Geſtalt war zuſammengebrochen, wenn auch jetzt aufgerafft in der Leidenſchaft des Moments, das dunkle Haar faſt ganz ergraut, die Züge weniger verlebt als verzehrt von der innern Friedloſigkeit, die ſtolzen, kühnen Augen ſo unſtät, voll eines ſcharfen Lichts! Und zu alledem dieſe Leidenſchaft, dieſe Heftigkeit und Haſt, die ſo vollſtändig der Gewöhnung und Uebung ſeines ganzen frühern Lebens widerſprach, bei ihm, der ſich niemals hatte fortreißen laſſen, der ſich weder im Zorn noch in der Liebe jemals ſelbſt verloren hatte!

Er wandte ihr über Mariens Kopf hin jetzt die unruhigen Augen zu.Ich habe meine Frau in dem alten Neſte geſucht, wo ich ſie geſtern entdeckte, ſprach er kurz und gleichfalls mit einem ſcharfen Klang;ich gab ihr dort das Zeichen, daß ich da ſei, daß der Bund, den unglückſelige Verhältniſſe für eine Weile gelockert, in meinem Gefühl, in meinem Willen unauf⸗ löslich geblieben ſei. Das böſe alte Lied, das ich in der