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Zur linken Hand : eine Erzählung / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Qual! ſagte Marie noch einmal, ohne ihre Stellung zu verändern und ganz leiſe.

Und wie das letzte Wort heraus war, wurde die Thür aufgeſtoßen man ſah's wohl, der da gelauſcht hatte, dachte an Alles eher als an die Weiſe, wie er ſich in ein fremdes Gemach einführte und ein Mann eilte herein und nach einem kurzen dunkeln Blick auf die Commerzienräthin gegen Marie zu. Er umſchlang ſie, er zog ſie unwiderſtehlich auf, an ſeine Bruſt.Du ſollſt nicht traurig ſein, nicht voll Qual und Gram! Ich nehme das Alles von Dir mit meiner Liebe, und Du nimmſt es mit der Deinen von mir! Denn auch ich bin's, Du meine alte, Du meine neue Liebe traurig, voll Qual und Gram! Und ich war ſchuldiger als Du und ich war einſamer als Du o Marie!

Als ſie, durch das Geräuſch aufgeſchreckt, das Geſicht erhoben und den Herbeieilenden zuerſt erblickt, hatte ihre Farbe flüchtig gewechſelt das einzige Zeichen einer wirklichen Ueberraſchung, das an ihr ſichtbar wurde. Ohne Widerſtand ließ ſie ſich von ihm aufziehen, ohne Widerſtand ruhte ſie an ſeiner Bruſt, in ſeinen Armen; ohne ſich zu rühren, hörte ſie ſeine leidenſchaftlichen Worte war ſie nur ſo betäubt durch die Plötzlich⸗ keit ſeines Ueberfalls und durch ſeinen Ungeſtüm, oder vermochte ihr Herz, trotz Allem, was es erſchüttert, trotz