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Zur linken Hand : eine Erzählung / von Edmund Hoefer
Entstehung
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welche trotz aller in ihnen liegenden Sorge dennoch nicht ganz frei von einer gewiſſen Befriedigung waren:Wenn es ſo ſteht, mein Herzenskind, dann haſt Du Dich alſo auch raſcher und beſtimmter entſchieden, als ich es er⸗ wartet habe, und anders, als ich es, da Du mir vorhin von der geſtrigen Ueberraſchung ſagteſt, annehmen durfte. Denn ich weiß, wie Du nicht nur an Deiner Kleinen, ſondern auch an ihren Spuren hängſt, und das Grab auf dem Rothenſtein

Das iſt es eben, Mama! Darum bin ich auch ſo furchtbar traurig! redete ſie leiſe und ſenkte das Geſicht tief auf die Hände hinab.Er hat es ja ſo oft übertrieben geheißen und mich darum geſcholten aber ich kann einmal nicht anders! Und nun kommt er ſelber damit. Und obſchon ich glaubte, ich hätt' es längſt überwunden

In dieſem Augenblick bemerkte die Commerzien⸗ räthin, daß die Thür, welche in ein Vorzimmer führte, leiſe geöffnet wurde. Ein paar Sekunden lang blieb ſie ſo, und es war, als ob Jemand ins Zimmer hinein horche oder ſchaue. Frau Conſtanze konnte das von ihrem Platz aus nicht erkennen, und wirklich ſichtbar wurde Niemand, wie ſich auch keine Bewegung ver⸗ nehmen ließ.

Sieh, darum bin ich ſo traurig und in ſolcher