oder vielleicht gerade durch dieſelbe ihre Zuhörerin er⸗ ſchreckte:„Und dennoch weiß ich nicht, ob es darum beſſer wäre; dennoch kann ich Giſela's Tod nicht darum beklagen. Denn ſieh, Mama, er hat ſie freilich ſchon geliebt, und als ſie ſtarb, war es ein gewaltiger Schmerz. für ihn, er brach zuerſt ganz darunter zuſammen. Aber hernach fand er ſich bald hinein und ſah es faſt wie ein Glück an; denn er fürchtete Kinder für uns—“
„Aber, Marie, mein Kind!“ brach die Commerzien⸗ räthin ganz entſetzt aus.
„Es iſt ſchrecklich, Mama, aber es iſt nicht anders“, ſagte Marie mit der gleichen unnatürlichen Ruhe. „Sie würden die Verhältniſſe noch mehr verwirren, meinte er, ja ſie auf Generationen hinaus zu aller Qual fortpflanzen. So gerade heraus hat er das freilich gegen mich niemals auszuſprechen gewagt, aber ange⸗ deutet hat er es ſchon, und einmal, da er mit Herrn von Hallbrunn über Mancherlei redete, ſagte er es beſtimmt, und ich war unglücklicherweiſe eine ſehr un⸗ freiwillige Horcherin. Du begreifſt, Mama“, fügte ſie reſignirt hinzu,„daß ich danach mich ſelbſt durch Giſela nicht mehr mit ihm verbunden fühle.“
Nach einer langen Pauſe ſagte die Commerzien⸗ räthin endlich in einem Ton und mit einem Ausdruck,


