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Zur linken Hand : eine Erzählung / von Edmund Hoefer
Entstehung
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und mit Dir wieder anzuknüpfen verſuchte, gefällt mir. Er trifft damit den einzigen Punkt, wo die Verbindung zwiſchen Euch noch immer eine feſte und innige iſt und bleiben muß in dem Kinde ſeid und bleibt ihr eins.

Und daß auch er das weiß und begreift, daß er ſich

dadurch für gebunden hält, das zeigt mir, glaube ich beinahe, daß die Umkehr, von welcher der Sanitätsrath ſchreibt, keine ſo gar plötzliche und für uns unbe⸗ gründete ſein könne, vielmehr ſich ſchon ſeit langem vorbereitet haben müſſe ja noch mehr, daß es ſtreng ge⸗ nommen gar keine Umkehr iſt. Euer Kind und die Erinnerungen an Eure Verbindung durch daſſelbe war und blieb in ihm, gleichviel, ob für eine Zeit zurück⸗ gedrängt. Noch einmal, dies ſpricht bei mir für ihn. Dies kann nicht blos ein Mittel zum Zweck ſein. Narie ſaß ganz in ſich verſunken, das Haupt auf die Bruſt geneigt, die Hände im Schooß gefaltet. Endlich ſchüttelte ſie plötzlich leiſſe und langſam dem Kopf. Ja, wenn Giſela noch lebte wenn das Band noch exiſtirte! klang es tief aus ihr empor. Und mit einem Male erhob ſie nun auch den Kopf, die Augen trafen auf Conſtanze mit ihrem tiefſten Blick, durch die Züge glitt jener finſtere Ausdrnck, der am Abend zuvor ſchon den Rath ſo ernſtlich überraſcht hatte, und ſie ſprach in einem Tone, der trotz ſeiner Ruhe