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Zur linken Hand : eine Erzählung / von Edmund Hoefer
Entstehung
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ſtützenden Hand zu ſehen vermochte. Und wie denn dieſe Natur trotz aller Offenheit und Hingebung ſtets eine verſchloſſene geweſen und geblieben war, deren

eigenſtes und bewegungsvollſtes Leben ganz und gar

im Innern verlief und ſelbſt ihren Nächſten ſich kaum jemals offenbarte, ſo war es auch in dieſem Augenblick völlig unentſcheidbar, was Frau Conſtanzens Ausein⸗ anderſetzung in ihr angeregt habe, was in ihren Worten, ihrer Stimme, ihren Zügen wiederklang und ſich ab⸗ ſpiegelte.

Frau Conſtanze verſtand das wohl. Und nach einem langen aufmerkſamen und forſchenden Blick ver⸗ ſetzte ſie ernſt:Da irrſt Du, mein Herz, wenigſtens bin in dieſem Falle nicht ich der Anwalt, ſondern die Verhältniſſe in ihrer Wahrheit und Wirklichkeit ſind es. Entſtellen das trauſt Du mir zu kann und darf ich ſie nicht. Ich habe meinem Mann und dem

Rath verſprochen, Deine Entſcheidung in keiner Weiſe

zu beeinfluſſen, und das halte ich. Was ich bisher ſagte, war nur die eine Seite, die Kehrſeite erſpare ich uns. Ich bin ein lebhaft Menſchenkind und ohne viel Complimente, und was ich auf dieſer Kehrſeite finde und leſe, iſt Dir längſt bekannt. Aber weil ich ſo ohne Complimente und freimüthig bin, ſo muß ich Dir auch ſagen: dieſe Weiſe, wie er ſich Dir zu nähern