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Zur linken Hand : eine Erzählung / von Edmund Hoefer
Entstehung
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zwar in ſeinem lebenvollſten Theil ſchon rückwärts. Und nicht anders iſt es mit dem Prinzen. Sein Geſchick iſt gewiſſermaßen ein abgeſchloſſenes. Was ihm die Zukunft noch bringen, was ſie ſich neu geſtalten laſſen kann, iſt Alles gleichſam gegeben. Es kann eigentlich nichts mehr paſſiren, was ſeine Kraft überrumpelte und auf die Probe ſtellte, was ihm die Entſcheidung er⸗ ſchwerte, was ſein einmal feſt begründetes Privatleben beeinfluſſen und umgeſtalten könnte, vollends, wie er nun einmal iſt. Du weißt, ich denke nicht allzu hoch von ihm. Allein das geſtehe doch auch ich ihm zu, daß, was geſchah und wie er fortgeriſſen wurde, keine Folge des Leichtſinns und der Gewiſſenloſigkeit, ſondern von Verhältniſſen, Ereigniſſen und möglicherweiſe Intriguen war, welchen er ſich nun einmal nicht ge⸗ wachſen zeigte.

Marie hatte ſich leiſe aufgerichtet und auf den Stuhl geſetzt, der für ſie neben den der alten Freundin gerückt war. Sie hörte zu, die Wange in die Hand gelegt und die Augen niedergeſchlagen. Und ohne dieſelben zu erheben, ſagte ſie, als Frau Conſtanze jetzt inne hielt, gedämpft:Du biſt ein guter Anwalt, Mama. Es war etwas Nachdenkliches, ja man möchte faſt ſagen, Träumeriſches in ihrer Stimme wie in ihren Zügen, ſoweit die Freundin dieſelben vor der