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Zur linken Hand : eine Erzählung / von Edmund Hoefer
Entstehung
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war wohl ſchön und reich geweſen und ganz voll Glanz. Aber Alles, was ihr folgte, ließ auch ſie er⸗ bleichen und breitete auch über ſie die traurigen Zwei⸗ fel hin. War denn auch ſie nicht nur ein Rauſch ge⸗ weſen, blendend, betäubend, fortreißend und dennoch ohne Wahrheit?

Es wurde immer ſtiller in ihr und immer dunk⸗ ler, die Zweifel erhoben ſich höher und höher, Glauben und Vertrauen ſchwanden weiter und weiter zurück. Sie wußte von nicht einem Verbindungsglied mehr zwiſchen ſich und dem Mann, der ihr Alles geweſen, der ihr nichts mehr hatte ſein wollen.

Es war ſpät geworden. Die Zofe hatte einmal vorſichtig in das faſt ſchon dunkle Zimmer geblickt, ſich aber, als ſie die Gebieterin noch immer am Fenſter ſitzen ſah, ebenſo leiſe zurückgezogen. Sie kannte ſolche Stimmung bei der einſamen Frau und ehrte und ſchonte ſie.

Endlich erhob Marie ſich. Es wurde ihr bang und ſchwer in dem ſtillen Raum, wo ſich die Schatten eines ganzen Lebens eben ſo tief gelagert hatten und die ſchweren Träume ſich drängten und die traurigen Zweifel, als hätten ſie Geſtalt und Leben gewon en und zögen in dichten, dunkeln Schaaren ſich näher und näher um die Einſame zuſammen. Sie nahm eins