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Zur linken Hand : eine Erzählung / von Edmund Hoefer
Entstehung
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mit wunderbar ſtillem und tiefem Blick zu ihm auf⸗ ſchaute, fügte er noch ernſter hinzu:Eine Entſchei⸗ dung erwarte ich von Ihnen nicht, ich muß ſagen: ich fürchte ſie nicht! Aber Gedanken müſſen Sie doch über das Alles haben, und ich glaube beanſpruchen zu dürfen, von denſelben zu erfahren.

Da begegnete ihr Blick dem ſeinen mit der gleichen Tiefe und Stille und mit ſchier unheimlicher Ruhe verſetzte ſie:Gevanken? Gewiß. Aber dieſe Gedanken ſind meine, Entſcheidung. Wenn Sie wüßten, was zwiſchen uns kam und wie es kam, fuhr ſie fort ſie veränderte auch jetzt nicht ihre Stellung, nur daß ſie ihm ruhig und feſt ins Auge ſchauteSie könnten über dieſelbe nicht zweifelhaft ſein. Es verging eine kurze Zeit, vielleicht ein Jahr, vielleicht zwei, wo ich ihm wirklich ſein Weib war, wo er das in mir fand, was er geglaubt hatte. Ich verzeihe ihm viel um jene Zeit, um jenes Glück, denn es war ein Glück! Ich habe darum die Jahre geduldig hingenommen, welche darauf folgten, und würde ausgehalten haben bis ans Ende meines Lebens, ſo dankbar war ich für jene erſte Zeit, für ſeine Liebe, ſeine Nachſicht und Geduld. Die Jahre wurden anders, ſage ich. Von der Zeit an, daß ſeine Brüder ſtarben, begann die Veränderung und

nahm zu und wieder zu und vollendete ſich, als auch 15*