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Zur linken Hand : eine Erzählung / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Prinzeß Helene und der Graf Leuen in dieſer Sache vorgegangen und ſie ſelbſt vor Ihnen für abgemacht erklärt hätten. Er habe ihn Ihnen als Sitz anbieten wollen, als Ihre Antwort an den Gerichtshof, die jede Unterſtützung von ſeiner Seite zurückwies, ihn aufs äußerſte erbittert habe, ſo daß er auch davon ſchwieg.“

Sie ſaß zurückgelehnt in ihrem Stuhl, die Hände im Schooße ruhend, die Augen geſenkt. Und nur bei ſeinen letzten Worten wurde die Regungsloſigkeit ihrer Züge durch ein finſteres, beinahe verachtungsvolles Lächeln geſtört, das plötzlich um den Mund und die Augen zuckte und ebenſo ſchnell wieder verſchwand.

Er bemerkte es wohl, und wie man erkannte, mit ernſter Ueberraſchung— den Ausdruck hatte er noch niemals in dieſen ſanften Zügen geſehen— aber er ſagte ebenſo wenig etwas wie ſie und redete nach einem flüchtigen Zögern im frühern Tone weiter:„Und nun, meine liebe Freundin, müſſen Sie ſich auf das Selt⸗ ſamſte von Allem gefaßt machen. Erbittert ſei er ſehr geweſen, dennoch habe Ihre Weigerung allmälig auch noch einen andern Eindruck gemacht, und als nach

einiger Zeit— Zöllner weiß nicht, was dazu gekom⸗

men ſei, habe er das Scheidungsverfahren ſiſtiren laſſen, und ſeine Ehe mit Ihnen ſei bisher nicht gelöſt.“ Hoefer, Zur linken Hand. 15