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Zur linken Hand : eine Erzählung / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Sage mir aber um Gotteswillen, was Du Dir eigentlich bei dieſer kindiſchen Angſt und Zurückhaltung denkſt, wie Du Dein Leben geſtalten willſt? fragte die Commerzienräthin wohl einmal, wenn ein neuer Verſuch zur Beſiegung von Mariens Scheu mißlungen war. Du haſt nicht nur die Anlage zu einer der größten Sängerinnen aller Zeiten und Länder, ſondern Du biſt es im Grunde ſchon. Nichts fehlt Dir, um es auch vor aller Welt zu ſein, nichts als der Ehrgeiz und die Courage. Und wenn nichts ſie zu wecken, nichts Deine dumme Angſt zu beſiegen vermag, ſchrickſt Du denn nicht zurück vor der himmelſchreienden Sünde, daß Du dies Pfund vergräbſt, das Dir der liebe Gott doch nicht blos für nichts und wieder nichts anvertraut hat, ſon⸗ dern auf daß Du mit ihm wucherſt zu ſeiner und Deiner Ehre, zur Freude und zum Glück Deiner Mit⸗ menſchen?

Laß mich, Mama, ſei barmherzig, ich kann nicht! flehte das Mädchen dann wohl mit Thränen in den Augen.Und wenn ich eine Todſünde beginge, ich kann und kann nicht hintreten vor all die neugierigen, kalten, fremden Menſchen und ihnen mein Herz erſchließen und meine Liebe! Meinen Geliebten gegenüber Euch, an denen ich hänge, in denen ich lebe o das iſt ein unſagbar Glück wüßteſt Du nur, wie ich's erkenne,