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Zur linken Hand : eine Erzählung / von Edmund Hoefer
Entstehung
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kenloſe Hingebung, ſondern auch durch die überraſchend⸗ ſten Fortſchritte. Der Organiſt konnte ſich von Tag zu Tag mehr überzeugen, daß ſein Kind in guten Hän⸗ den war und daß Lehrerin und Schülerin auf ſeiner Grundlage redlich fortbauten. Er merkte es wohl: es kam Inhalt in die Form. Die junge Seele regte immer kräftiger ihre Flügel, das frohe, friſche Leben durchdrang das Herz des Mädchens und klang hervor aus den auf⸗ jubelnden Tönen.

Man ſah es wohl, er wußte oft nicht, wie ihm ge⸗ ſchah: die Hände blieben, wenn ihr Geſang ihn umzau⸗ berte, zuweilen ſtill auf den Taſten ruhen, die Thränen traten in ſeine Augen und durch die tiefen Züge des alten Geſichts leuchtete die helle Begeiſterung. Dann ſprang er wohl auf vom Klavier, ohne den letzten Satz zu vollenden; er zog den weiten Hausrock feſt um die hagere Geſtalt zuſammen und lief im Zimmer auf und ab, das Haupt anf die Bruſt geſenkt. Und ebenſo plötz⸗ lich blieb er ſtehen, die Hände der beiden Sängerinnen die Commerzienräthin war jetzt ein häufiger und ſtets willkommener Gaſt in der Cantorei in die ſeinen preſſend.Cott ſegne Euch, Kinder! murmelte er und wandte ſich, ſank auf den Stuhl vor dem Klavier, ſeine Hände ſielen auf die Taſten, und Töne reihten ſich an Töne, wunderbar, ergreifend, erſchütternd, die ſeine Zu⸗