kommen, nicht verkümmern. Vertrauen Sie mir— beaufſichtigen Sie uns. Ich fühle nicht nur die Kraft in mir, ſondern auch die Liebe, um Ihr Kind leichter und freundlicher auf dem Wege zum Heiligthum unſerer Knnſt weiter zu führen, als Sie es könnten, als das Leben es vermöchte.“
„Sei es ſo— verſuchen Sie es“, entgegnete der Alte nach einer langen Pauſe.„Ihr Weg iſt nicht der mmaeene, allein was ich von Ihnen gehört habe und jetzt höre, überzeugt mich, daß es auch hier der Wege mehrere gibt. Nur auf Einem muß ich auch heute, muß ich im⸗ mer beſtehen. Einen entſcheidenden Schritt, ſei es auf die Bühne, ſei es in die große Oeffentlichkeit, unterläßt
Marie, bis ſie alt genug iſt, ihn nach eigener Ueber⸗
legung und auf eigene Verantwortung zu thun. Als einen ſolchen Termin hab' ich für ſie das einunzwanzigſte Jahr beſtimmt, gleichviel ob ich dies noch erlebe oder nicht. Sie hat noch vier Jahre bis dahin. In denen kann ſich viel bilden, viel verändern.“
Von dieſer Zeit an genoß Marie den Unterricht der Dame, welche ihrer Zeit wirklich unter den erſten Sängerinnen Deutſchlands geglänzt hatte. Die treffliche Frau widmete ſich ihrem Zögling mit vollſter Gewiſſen⸗ haftigkeit und wachſender Theilnahme und Liebe, und das Mädchen lohnte ihr dieſelben nicht blos durch ſchran⸗


