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mi einem tiefen, forſchenden Blick. Die Dame erkannte wohl, daß dieſe Augen der Welt doch nicht ſo ganz ent⸗ fremdet waren, wie es Mancher, der den Greis theil⸗ nahmlos ſeinen Weg wandeln ſah, zuweilen glauben mochte.
„Jau, ſagte ſie einfach,„Ihrer Tochter wegen komme ich. Ihre Stimme drang mir zu Herzen. Unſer
Herrgott hat ihr ein Geſchenk gegeben und ein Pfand
anvertraut, wie es ſo reich und ſchön nur wenig Auser⸗ wählten zu Theil wird.“
Das Auge des Alten wurde wieder ſtiller und ge⸗ wiſſermaßen mißtrauiſcher.„Uebertreiben Sie nicht“, verſetzte er,„ſie hat eine gute, geſunde Stimme und einen ſchönen Umfang—“
„Wir wollen uns nicht ſtreiten, Meiſter“, unterbrach ſie ihn lächelnd.„In Allem, was die Kunſt angeht, beuge ich mich tief vor Ihnen. Erfahrung aber— die lebendige Erfahrung meine ich— habe ich mehr als Sie. Es gibt in den letzten fünfundzwanzig Jahren in Europa keine Stimme von Ruf, die ich nicht gehört und gewiſſenhaft geprüft habe. Und danach ſpreche ich noch einmal mein Urtheil aus: die Stimme Ihrer Tochter wird von keiner übertroffen. Sie griff mir ans Herz. Und es iſt kein leichter Künſtlerenthuſiasmus, der mich ſo ſprechen läßt“, fügte ſie von neuem lächelnd hinzu,


