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Zur linken Hand : eine Erzählung / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Muſikſtücks beſchäftigt. Er erhob ſich bei ihrem Eintritt und kam ihr entgegen, ſtill, ernſt und höflich wie immer.

Ich habe geſtern Abend im Vorübergehen aus dieſem Hauſe und, ich glaube, aus dieſem Zimmer Geſang vernommen, der mir zu Herzen drang, ſagte ſie mit ruhiger Freundlichkeit.Die Stimme war, wie ich noch keine hörte, und deswegen komme ich zu Ihnen, Herr Cantor. Ich muß mich bei Ihnen einführen und dieſen Beſuch erklären, fuhr ſie fort, da ſie in den Zügen des Greiſes ſich ein gewiſſes Unbehagen regen ſah.Mein Mann iſt der Commerzienrath Löhnde. Sie haben vielleicht erfahren, daß ich ſelber vordem Sängerin war und dieſe Laufbahn meinem Gatten zu Liebe aufgab. Die Liebe zu unſerer Kunſt und ich hoffe es wenig⸗ ſtens das Verſtändniß für dieſelbe iſt mir aber darum Gott Lob nicht verloren gegangen.

Nein, entgegnete der Organiſt, in deſſen tiefen Augen es eigenthümlich hell aufleuchtete, und bot ihr mit plötzlicher, einnehmender Herzlichkeit die Hand,es iſt Ihnen nicht verloren gegangen. Ich habe Sie bei unſern Aufführungen ſingen hören Sie haben eine brave Stimme und eine tüchtige Schule es hat mich überraſcht und erfreut, denn wer weiß und verſteht heut⸗ zutage noch etwas von der Schule? Und ſo kommen

Sie alſo der Marie wegen zu mir? ſchloß er abbrechend Höfer, Zur linken Hand. 2