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Oratorium und ſelten, ſelten, wie zur Auffriſchung, ein kleines Volkslied. Das war Alles. Eines Abends im Herbſt kehrte eine kleine Geſellſchaft
von einem heitern Gartenfeſt in die Stadt zurück und ſchlug,
weil es ſpät geworden war, den abkürzenden Weg über den Domplatz ein. Als ſie gegen die alte Kirche kamen, wo rechts ganz nahe das Organiſtenhaus liegt, blieben ſie einen Augenblick ſtehen und bewunderten die ſelten ſchöne Be⸗ leuchtung, welche der volle Mond über die gewaltige Kirche, den einſamen Platz, die alten ſtillen Häuſer umher verbreitete. Nur in der Cantorei waren oben noch zwei kleine Fenſter erhellt, und indem erklangen von dort ein paar volle Accorde eines von einer Meiſter⸗ hand angeſchlagenenen Klaviers, und an den letzten verhallenden Klang ſchloß ſich eine Menſchenſtimme, welche das kleine, damals noch wenig bekannte Lied ſang:
O wie iſt's möglich dann, Daß ich Dich laſſen ſoll—
„Richtig!“ ſagte einer leiſe.„Da iſt's wieder! Hab⸗ ich doch ſchon beim Näherkommen vorhin gemeint, Geſang zu hören!“
„Seien Sie ſtill— ganz ſtill— bitte!“ flüſterte eine Dame, die ſich feſt an den Arm ihres Begleiters


