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Bewohner gelenkt. Abends, wenn in dieſer Gegend des Geräuſch verſtummte, die alte Kirche und der Platz im Dunkel ruhten und auch in den Häuſern umher die Lampen und Lichter zu erlöſchen begannen, vernahm man nicht mehr, wie von jeher zu dieſer Stunde, blos das Klavierſpiel des alten Organiſten, ſondern neben demſelben oder auch allein den Geſang einer Menſchenſtimme, anfangs ſchüchtern und unſicher zitternd und nach den rechten Tönen ſuchend, allmälig jedoch feſter und reiner und immer voller, immer klarer, immer er⸗ greifender. Wer da noch vorüberkam, blieb gewiß ſtehen und horchte lautlos, wie wenig Sinn und Verſtändniß es bis dahin auch für ſolche Klänge in ihm gegeben haben mochte. In der Nachbarſchaft öffnete ſich dann wohl hier und da ein Fenſter, und wenn's die Witte⸗ rung erlaubte, weilten die Lauſcher auch auf den Bänken vor ihren Thüren.
„Die Marie ſingt wie ein Engel“, ſagte der eine zum andern.„Woher ſie's nur hat? Denn ſo etwas zieht man doch einem nicht an, er muß es in ſich haben! Und was daraus werden ſoll? Der Alte will die doch nicht aufs Theater ſchicken?“
Danach ſah es indeſſen nicht aus. Man vernahm kaum etwas Anderes von dieſer Stimme als ernſte Kirchenmuſik, vielleicht einmal ein Stück aus einem


