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dennoch nicht zu ſagen vermochte, ob ſie braun ſeien oder blau oder grau— ſo ſpielte und wechſelte das Licht darin. Sie waren wunderbar tief und wunderbar dunkel, und die langen Wimpern lagen weich und zart darüber und verliehen dieſer Partie des Geſichtchens einen unendlich ſanften, ſchüchternen und träumenden Ausdruck.
Hernach, als das Kind zwölf, dreizehn Jahre alt geworden war, wurde es anders. Da blieb, wenn Marie, jetzt nicht mehr mit dem Ranzen, ſondern ſchon mit der Taſche, aus der Schule kam und ſchüchtern durch die volkreichen Straßen der Stadt nach Hauſe eilte, hin und wieder wohl einmal Jemand überraſcht ſtehen und ſah ſie an und ſchaute ihr nach und fragte vielleicht einen Andern:„Haben Sie das Kind geſehen? Wem gehört das reizende Geſchöpf?“ Und in der Nachbar⸗ ſchaft, an dem alten Platz, ſchauten ſie ihr auch nach und ſchüttelten die Köpfe und ſprachen verwundert: „Nein, was die Marie ſich herauswächſt! Woher ſie's nur hat? Der Alte iſt all ſein Lebtag nicht ſchön ge⸗ weſen; die Mutter, die Erneſtine, konnte man darum auch nicht rühmen— ihre Schweſter zeigt's ja noch! Und die erſte ſelige Frau und die wilden Jungen hatten gleichfalls nichts Beſonderes. Woher kommt's denn an dieſe da?“
Ja, wer vermag zu ſagen, wie und woher der⸗


