zu entlocken pflegte, ſo möchte man außer ſeinem Hauſe kaum noch einen Laut von ihm erhorcht haben.
Das kleine Kind blieb da und gedieh unter der Obhut der alten Tante und ſetzte den Lebensgang fort,
ungefähr wie alle ſeinesgleichen. Es lag auf dem
Schooß, es ſaß auf dem Arm; dann kam es auf den Boden und machte ſeine erſten Kriech⸗ und endlich auch Gehverſuche. Und darauf lief's, ſpielte umher, ſo gut es ging, unterhielt ſich, wie es konnte und mochte, ſaß auf den ſchweren Stufen des großen Portals, das der
Thür des Vaterhauſes gegenüber in den Dom führte,
hantierte mit Grashalmen oder kleinen Steinen, oder
ſtützte den blonden Kopf auf die Hand und ſchaute mit
den großen Augen, unter den langen Wimpern hervor, lauſchend und träumend über den einſamen Platz und
die alten grauen Häuſer und Häuschen, die ihn um⸗
faßten, auf die ſchmale, dämmerige Gaſſe, die zwiſchen ihnen hinaus in die hellere, heitrere Stadt führte, auf die beiden alten Bäume, welche vor dem Hauſe des Dompfarrers ſtanden, auf den Brunnen, der eintönig an der Ecke murmelte und plätſcherte, auf die Sperlinge, die Tauben und Dohlen, auf das grasdurchwachſene Pflaſter drunten und den weiten Himmel droben— wer ergründet die Gedanken in einem ſolchen kleinen Kopfe, uud wer kann ſie verfolgen?


