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Zur linken Hand : eine Erzählung / von Edmund Hoefer
Entstehung
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dieſer Richtung am wenigſten. Sie hatten ſich ja von ihm abgelöſt und er hörte und ſah nichts von ihnen. An die Nachbarin mußte ihn daher ſchon ein anderes Intereſſe binden, und es war einerſeits die langjährige Bekanntſchaft, da die beiden Schweſtern, als der Orga⸗ niſt vor ſo und ſo viel Jahren ſeine hieſige Stelle bezog, ſchon weit über das Schulalter hinaus und ſchier älter waren als die junge Frau des Nachbars, mit der als⸗ bald ein Freundſchaftsbund geſchloſſen wurde. Und da andererſeits bei ihm mit den zunehmenden Jahren auch das Gefühl der Verlaſſenheit und Hülfsbedürftigkeit immer ſtärker wurde und er obendrein bei den alten Mädchen auf ähnliche Empfindungen ſtoßen mochte, ſo erklärte der endliche Ausgang ſich nicht nur für die beiden Menſchen ſelber, ſondern auch für alle Welt auf das genügendſte und fand nach dem erſten Er⸗ ſtaunen im Allgemeinen weit mehr Billigung als Tadel.

Die beiden Leute oder vielmehr die drei, denn die Schweſter zog, nachdem ſie das Aelternhaus verkauft, gleichfalls in die Organiſtenwohnung, lebten ſtill und einträchtig weiter und bewieſen auch auf dieſe Weiſe, wie wichtig ihr Schritt geweſen war; jünger wurde der Organiſt freilich nicht, und heiterer auch nicht, aber man ſah ihm eine gewiſſe ſtille Zufriedenheit an, und wenn