geworden. Nun ſtreckt' er ſich lang aus und legte den Kopf noch tiefer in's Kiſſen zur ſtillen Ruhe. Der Geiſtliche redete zu den Anweſenden in milden, tröſtenden Worten von der Armuth und dem Reichthum des Menſchenle⸗ bens— von dem Segen hier und dem Lohn dort und von der allerbarmenden Vatergüte des Allmächtigen, die da anders wäge und anders richte als die irrenden Menſchen. Die Kinder und Freunde, der Sterbende horch⸗ ten lautlos.— Die Bäurin hatte den Kopf in die Hand gelegt und hielt die Augen mit ſtarrem Blick auf den Gatten gerichtet. Sie hatte an der Seite deſſen, der nun von ihr ſcheiden wollte, wenig von dem Glück gefunden, welches Frauen anderer Stände in der Ehe und an der Seite eines tüchtigen, geachteten und geliebten Mannes ſuchen und finden, und dennoch meinte ſie, ſein Tod ſei auch das Ende ihres Lebens und ihr Daſein ſei fortan umſonſt und aus.
Es war eine tiefe Stille im Zimmer. Der Prediger ſtand auf und näherte ſich, wie um Abſchied zu nehmen, dem Lager.
Da erhob Rolof noch einmal leicht und frei den alten müden Kopf. Er ſchaute mit klarem, feſtem Blick auf Alle, ſo auffordernd, möchte man ſagen, daß ſich ihm die Augen wohl zuwenden mußten, und dann ſprach er


