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„Sei Du nur gefaßt, Alte,“ fuhr er fort und legte die hagere Hand auf das Knie ſeiner Frau, die in ſtarrer finſterer Trauer vor ſeinem Bette ſaß und dem Verwun⸗
deten zuweilen den Schweiß abtrocknete oder das Kiſſen rückte.„Du wirſt es beſſer nach mir haben, als Du's mit mir gehabt, und Du brauchſt Dich nicht zu küm⸗ mern— der neue Buſchbauer hat das Herz auf dem rechten Fleck und kriegt es leichter als ich— er braucht ſich nicht wie ich mit dem herumzuſchlagen, was vordem war— und ſeine Bäurin wird auch beſſer daran ſein, ſie iſt ſelbſt luſtig und quick und flügg', und kriegt einen luſtigen Mann. Denn ihr ſollt ein Paar werden, Detlof und Gertrud— wenn's Dein Vater anders will, Kind— ich hab nichts mehr dagegen.“
Gertrud beugte ſich vom Kopfende des Betts über das bleiche Geſicht des Alten und küßte ſeine Stirn, ſie hielt mit Gewalt die Thränen zurück. Detlof war gleich⸗ falls herangetreten und hatte Rolof's Hand gefaßt.
Der Alte hielt ſie feſt und ſah den Sohn feſt an. „Gib ihm auch die Hand, Alte,“ ſprach er zu ſeiner Frau.„Ich hab' dem Jungen Unrecht gethan. Er hat Herz und Kopf auf dem rechten Fleck, und die Hand hier hat heut' feſt zugeſchlagen, der Kopf da hat dem Feinde den Sieg abgewonnen. Ich hab' Dir das nicht zugetraut,


