In dieſen Kreis war Gertrud hineingeflattert— wie paradox es klingen mag, das Gleichniß iſt richtig!— wie ein kecker, luſtiger bunter Vogel in einen ernſten, ſteif ragenden Tannenforſt, deſſen Zweige ſtarr und finſter ragen, deſſen Nadeln ſich ſcharf fremden Eindringlingen entgegenrichten.— Die Menſchen zeigten ſich dem Vater und noch mehr ihr ſelbſt gegenüber alle ſcheu und miß⸗ trauiſch; ſelbſt Regine mußte ſie erſt wieder gewinnen, und die Bäurin zu beſiegen, koſtete es, wie ſchon geſagt, einen ernſtlichen Kampf, den nur des Mädchens wirkli⸗ che Bravheit und unverwüſtliche Heiterkeit ſo bald zum guten Ende führen konnte. Detlof freilich war wie ſie, voll Luſt und Leben; es war eine wirkliche, nachhaltige Veränderung mit dem Burſchen vorgegangen. Es war etwas, nicht nur in den Ereigniſſen der letzten Tage, ſondern auch im Auftreten des Vaters gegen ihn gewe⸗ ſen, was ihm, in Verbindung mit ſeiner und Gertrud's ernſter Liebe, für die Zukunft alles mögliche Gute ver⸗ hieß. Er brachte nun mit der Geliebten vereint Leben in's Haus, aber er mußte freilich meiſtens, ſo gut wie die andern Männer, draußen auf der Streife ſein und konnte nicht viel daheim ſitzen.
Und auch jetzt waren die Frauen allein im Hauſe und ruhten, wie zum Anfang unſerer Erzählung, in der Dämmerſtunde von den Tagesgeſchäften aus, während


