die Mägde draußen das Haus völlig in Ordnung brach⸗ ten und die erſten Vorbereitungen zum Abendeſſen trafen. Und Gertrud ſtand mitten im Zimmer, hochaufgerichtet, die kleinen Hände keck in die Seite geſetzt und die Augen munter von der Bäurin zur Reginen und wieder zur Bäurin wendend.
„Ich weiß nicht, wie ihr ſeid, was ihr habt!“ ſagte ſie lachend.„Weil da die Mannsleute einmal einen Tag lang nicht daheim ſitzen und weil vom Ohm keine Nach⸗ richt da iſt, ſeid ihr da ſtumm und brummig? Lieber Gott, wie würd's euch da„am Born“ ergehen! Wie oft und oft bin ich mit der Anne da allein geweſen, mutter⸗ ſeelen allein, Tage und Nächte lang, der Vater Gott weiß wo, die Lehrburſchen hie und da im Buſch, kaum ein Hund da— nichts als das ſtille Haus und ringsum— ſtundenweit— der dichte Buſch, in dem es rauſcht und knarrt und ſtöhnt— da kann's Einem graulich werden am hellen Tage, und ohne daß das wälſche Geſindel in Nähe iſt! Strolche und Herumtreiber gibt's im Walde und an der Grenze jederzeit, die's doch zuweilen auf ein einſam Haus abgeſehen haben. Da hält man freilich die Thür hübſch verſchloſſen und eine geladene Flinte pa⸗ rat— dann iſt's ſchon recht!— allein zum Spaßen wär's doch nicht, wenn man darüber recht nachdenken wollte! Und wenn man nun gar noch an Spuk und aller⸗ lei Unheimlichkeit glauben thäte—“


