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Eine Geschichte von damals / von Edmund Hoefer
Entstehung
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von der heimiſchen Sitte ſündlich und verderblich, ohne daß er freilich bei dem jungen Mann damit mehr aus⸗ richtete als die andern Inſaſſen des Dorfs es auf ihre Weiſe vermochten. Rolof blieb bei ſeinem Kopf und ſei⸗ nem Recht. Er heirathete und lebte ruhig mit Frau und Kind in der Einſamkeit ſeines Hofes ſich ſelbſt genug, unbekümmert um den offenen Haß und die heimlichen Anfeindungen des Dorfs.

Da kam plötzlich Niemand wußte, woher das in jenen Tagen furchtbar gefährliche Geſchrei auf, daß das junge, freundliche, beſcheidene und ehrbare Weib des Rolof Werdenhagen eine arge Hexe und an dieſem und jenem Unheil ſchuld ſei, das in den Jahren ſeit ihrer Anweſenheit die Dörfler betroffen. Die Unterſu⸗ chung führte ausnahmsweiſe zu der endlichen Freiſpre⸗ chung der armen Frau, aber die Folter hatte ihre Glie⸗ der zerbrochen und ſie ſtarb nicht lange darauf geſtörten Geiſtes, kaum einige Tage, bevor faſt das ganze Dorf, und auch Rolof's Hof, durch einen großen Brand in Aſche gelegt wurde. Da führte der Bauer den Entſchluß aus, zu dem er ſchon während der Haft ſeines Weibes gekommen. Seine beſten Aecker und Wieſen lagen drin⸗ nen im Wald oder wie es dort zu Lande heißt: im Buſch bei einander, und ſeine Vorfahren hatten der Entfernung und der dadurch erſchwerten Beſtellung wegen