Teil eines Werkes 
2. Theil (1861)
Entstehung
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flüſterte eigentlich, aber es war in dieſer leiſen, dumpfen Stimme, in dem finſter drohenden Auge, in jedem Zuge des Geſichts etwas, das Hildegard mit Entſetzen und ſelbſt Merlin mit Schrecken erfüllte,ſo leugne auch, was meine eigenen Augen an jenem Tage im Berceau erblicken mußten, an dem ich eine Stunde ſpäter den Herrn Grafen um Einſtellung ſeiner Beſuche bat. So leugne auch, Weib, ſprach er immer grimmiger weiter,daß Du neulich, vor fünf Wochen, am Balltage an demſelben Tage, an dem Sie in E. eintrafen, Merlin, unterbrach er ſich mit dumpfem, bitterem Lachen, Nachmittags ein paar Stunden mit ihm zuſammenwarſt, weil Du, nach dem zarten Ausdruck Deiner Kammerjungfer, wußteſt, daß eine Dame wie Du, welche die Mittel nicht anſieht und mit Jemand verhandelt, dem an ihrer Gunſt gelegen, von dieſem jemand in ſolchen Stunden alles herausſchlägt, was ſie will? Leugneſt Du?

Sie zitterte ſo heftig und war ſo blaß geworden, daß Merlin trotz ſeiner eigenen furchtbaren Erſchütterung zu ihr trat und ſie mit ſanfter Gewalt auf den Sopha hinter ihr niederſitzen ließ. Da ſtützte ſie ſchwer das Haupt auf die Lehne und ſaß regungslos.

Danke es nicht meiner Liebe ich liebe Dich nicht! redete der Baron, der dieſem Vorgange wieder finſteren Blicks gefolgt war, ſeinen Zorn aber während dem ſichtbar bezwungen hatte, nun noch immer gedämpft,

1861. 9. Der große Baron. II. 14