Teil eines Werkes 
2. Theil (1861)
Entstehung
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In der nächſten Sekunde ſchlug ſie die Augen, die bisher feſt und hochmüthig auf ihm geruht, plötzlich nieder, die flüchtig auftauchende und wieder verſchwindende Röthe ihrer Wangen deutete mindeſtens auf eine momentane Erſchütterung ihrer Siegesgewißheit, und die Finger der auf den Tiſch geſtützten Hand bewegten ſich und zer⸗ knitterten das Taſchentuch, welches ſie umfaßt hielten.

Was dieſen Eindruck auf die ſo wir wiederholen es ſiegesgewiſſe Frau zu machen vermocht, wäre ſelbſt für den aufmerkſamſten Zuſchauer ſchwer zu entſcheiden geweſen. Es hatte ſich im Zimmer nichts verändert, die beiden feindlichen Gatten waren noch allein, wie bis⸗ her, ſie am Tiſch, er zwei Schritte vor ihr, und vom Va⸗ ter im Kabinet hatte man keine Bewegung und keinen Laut vernommen. Auch in Merlins Aeußerem zeigte ſich nur eine ganz leiſe Aenderung er hatte ſich ein wenig ſtraffer aufgerichtet und ſtand in mehr ſoldatiſcher Hal⸗ tung; das Blau ſeiner Augen ſchien intenſiver geworden zu ſein, und ſie ruhten mit einem feſten durchdringenden Blick, wie wir ihn bei alten des Kommandos gewohnten Militärs faſt immer finden, auf der Frau. War dieſer Blick wirklich ſo bannend und beherrſchend, oder war ihr bei ihren Worten irgend ein Gedanke durch den Kopf gefahren, der ſie ſchwach werden ließ?

Doch nicht, Madame, beantwortete er jetzt erſt, nach einer ziemlich langen Pauſe, in der er ſie ernſt beob⸗