Teil eines Werkes 
2. Theil (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12

große Vermögen zu Grunde gerichtet worden war, konnte er ſich nicht länger verbergen, daß die Schuld ſeiner Toch⸗ ter überall eine kaum geringere geweſen als die ſeines Schwiegerſohnes. Die unermeßliche Verſchwendung im häuslichen und geſellſchaftlichen Leben ſiel größtentheils ihr allein anheim.

Nach dieſer Erkenntniß hatte der große Baron auch pekuniär zur Ordnung der Verhältniſſe alles beigetragen, was in ſeinen Kräften ſtand und es war dadurch wenig⸗ ſtens möglich geworden, die eigentlichen Fideikommißgüter Merlins und ſomit die Ausſicht zu erhalten, daß alle Schulden nach einer Reihe von Jahren durch den Ertrag dieſer Güter getilgt ſein würden und die Letzteren wieder in die Hand ihres Beſitzers zurückgelangen könnten. Sei⸗ nem Schwiegerſohn wurde der alte Herr durch dieſe Sach⸗ lage freilich nicht gerade freundlicher geſtimmt. Im Ge⸗ gentheil fand er Guſtav's Nachgiebigkeit gegen die Launen ſeiner Frau faſt noch weniger verzeihlich als die Schwäche gegen ſich ſelbſt und ſeine eigene Liebhabereien. Geredet hatte er aber über alle dieſe Angelegenheiten mit keinem Menſchen; ſelbſt ſein Bruder erfuhr davon bekanntlich nichts. Nur ſeiner Tochter hatte er, als alles geordnet geweſen, den Sachverhalt und ſein eigenes Handeln kurz und kalt vorgelegt und der finſter Erſtaunten und Ungläu⸗ bigen dabei nichts als die Worte geſagt:„Menagire Dich und buße, Hildegard.“ Und es war in ſeinem Auge wie