11
Vaters Anſicht von der Ehe zuſammen, die beiden als ein wahres Sakrament und für unlösbar galt. Von einem er⸗ neuten Verkehr zwiſchen ihnen wollte ſie trotzdem niemals etwas wiſſen, geſchweige denn von einem neuen Zuſammen⸗ leben. Guſtav— und wir bitten den Leſer, in dieſer Aus⸗ einanderſetzung nichts Uebertriebenes oder Karrikirtes zu finden; derartiges würde wenigſtens nicht in unſerer Dar⸗ ſtellung, ſondern nur in Hildegards Charakter liegen— Guſtav exiſtirte für ſie nur noch durch den Haß, den ſie ihm bewahrte.
In ihrer eigenen und eigentlichen Familie, d. h. in der Abtei und in Wolden, hatte man beim hereinbrechen⸗ den Unglück zuerſt alles Unrecht auf Seiten ihres Man⸗ nes geſucht, obgleich Hildegard niemals ein beſonderer Liebling ihres Vaters und noch weniger des Onkels ge⸗ weſen war. Es fiel damals aber Einiges vor, was den Reſt der väterlichen Neigung vollends von ihm ablenkte, und als nach dem Kriege— denn während dieſer Jahre lag auch in dieſen Gegenden alles darnieder und wo et⸗ was geordnet wurde, geſchah es ſtets nur proviſoriſch und in der Abſicht, nach erlangter Ruhe noch einmal und voll⸗ ſtändig darauf zurückzukommen— die Angelegenheiten des Barons Merlin wiederum vorgenommen und ſo viel wie möglich in Ordnung gebracht wurden, und der Alte dabei einen beſſeren Einblick in die Verhältniſſe des ge⸗ trennten Paares gewann und nun gar erkannte, wie das


