Teil eines Werkes 
2. Theil (1861)
Entstehung
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man was verbrochen hatte, und der Feldwebel guckte Ei⸗ nen ſo von der Seite an und notirte ihn in ſeiner Brief⸗ taſche. Da konnte man Giſt d'rauf nehmen, bei der näch⸗ ſten Gelegenheit packte er Einen dann an. So iſt's mir grade bei der Gnädigen ſie ſchenkt's uns auch nicht, denke ich faſt. Und der alte Jäger nickte mit dem eisgrauen Kopf und verſetzte:Haſt recht, richte Dich im⸗ merhin auf etwas ein, da trifft's Dich denn hernach nicht gar zu ſchwer.

Hildegrad von Absberg war vordem, wie wir aus den Mittheilungen des Barons Hans Adam wiſſen, ein munteres und wildes Mädchen geweſen, das aber daneben auch einen guten Theil des Starrſinns und der Entſchie⸗ denheit geerbt hatte, durch welche Eigenſchaften in Ver⸗ bindung mit ihrem ſonſtigen Weſen ihre Mutter zur Her⸗ ſchaft in ihrer Familie gelangt war. Sie hatte überdies aber auch noch, wie wir es in ſolchen alten Geſchlechtern grade bei den Töchtern gar nicht ſelten finden, eine weit übertriebene Meinung von dem Rang und dem Anſehn ihres Hauſes, und was bei dem Vater und Oheim ein ru⸗ hig ſtolzes Bewußtſein und ſelbſt bei der Mutter meiſtens nur ein wohlbegründeter Stolz war, prägte ſich in ihr von Jugend auf als ein ſtarrer und maßloſer Hochmuth aus, der zeitenweiſe wohl einmal vor den übrigen vortrefflichen Eigenſchaften des jungen Mädchens, und beſonders ſo lange die ſanfte Zwillingsſchweſter lebte, zurücktrat und