Teil eines Werkes 
2. Theil (1861)
Entstehung
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die Baronin auch hierauf weder etwas erwiderte noch durch eine Veränderung in den ſtarren Geſichtszügen irgend eine Theilnahme daran verrieth, ſetzte ſie hinzu:Das gnädige Fräulein wird doch wohl ſchon einige Tage früher in dis Stadt müſſen, der Proben und der Toilette we⸗ gen?

Die Baronin legte die Stickerei auf das Tiſchchen, welches vor ihr in der Fenſterniſche ſtand, nahm ihr Ta⸗ ſchentuch auf, um ſich damit über die Lippen zu fahren, und als ſie es wieder hinlegte, ruhten ihre Augen einen Moment auf der oben befindlichen Ecke, in der ihr reich⸗ geſtickter verſchlungener Namenszug unter der Freiherrn⸗ Krone zu ſehen war. Aber der Blick währte nur eine Se⸗ kunde, dann wandte ſie die Augen flüchtig auf die Kam⸗ merfrau und ihre Arbeit, erhob ſich und durchmaß mit langſamen Schritten das Gemach. Von dieſer Bewe⸗ gung vernahm man aber vor dem dichten, bunten Teppich nichts; der blaßgraue weiche Wollenſtoff, aus dem das Morgenkleid der Dame beſtand, machte keinerlei Geräuſch beim Gehen, und der Ton, welcher durch das Durchziehn des Fadens hervorgebracht wurde, war das Einzige, was die Stille leiſe unterbrach.

Setze Dich mit dem Kleide in die Garderobe, Hen⸗ riette; ich will allein ſein, ſprach die Baronin nach einer geraumen Weile kurz und ſcharf. Sie hielt dabei ihren Schritt nicht an, ſie ſah nicht nach der Angeredeten hin, 1*¾