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leicht beſchneiten Hof hin und in die Doppelallee hinein, welche man von dieſem Fenſter aus bis zum Strande ver⸗ folgen konnte. Ja es ließen ſich jetzt, wo das Laub von den Bäumen war, am jenſeitigen Ufer des Meerarms ſo⸗ gar die vorderſten Gebäude von Mönkewitz unterſcheiden.
Es war, zumal in dieſer Jahreszeit, eine ſtarre und ein⸗
förmige Ausſicht, welche ſich der Dame darbot, und es war charakteriſtiſch für die ſtolze und unbefriedigte Frau, daß ſie, während alle Wohn⸗ und auch alle kleineren Ge⸗ ſellſchaftszimmer der Familie heut wie von jeher nach dem Park zu gelegen waren, allein ihre Wohnung auf der Vorderſeite gewählt hatte. Nur das Vorzimmer des Vaters lag gleichfalls in dieſer Richtung, aber der Baron behauptete es, nicht wie die Tochter aus Geſchmack, ſon⸗ dern aus Wirthſchaftsrückſichten.
Die Dame erwiderte einſtweilen nichts auf die
Worte der Kammerfrau, welche— eine anſcheinend wenig
paſſende Staffage für das große und hohe, prachtvoll ein⸗ gerichtete Gemach— mit der erwähnten Arbeit an dem in der Mitte des Raums ſtehenden runden Tiſche ſaß und jetzt eifrig nähte. Nach einer Weile aber erhob das Mädchen leiſe den kleinen Kopf, warf einen vorſichtigen, lauſchenden Blick zu der Gebieterin hinüber und ſagte, das Auge wieder ſenkend, anſcheinend vollkommen harmlos: „Es muß eine große Briefſendung geweſen ſein. Das gnädige Fräulein hat auch ein paar erhalten.“ Und als


