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wußte und erfuhr, daß ich Urlaub zu einer Reiſe hieher wünſchte, verſchaffte er mir nicht nur dieſen Urlaub, ſon⸗ dern bat mich auch, ihm ein Bild ſeiner Tochter zu ver⸗ ſchaffen, die er ſeit ihrem erſten Lebensjahre nicht geſehen. Er ſagte mir, es müſſe ohne Wiſſen ſeiner Gemahlin und ſeines Schwiegervaters gemalt werden, da er eine Ein⸗ willigung Beider nicht zu hoffen habe.
„Angenehm war mir dieſer Auftrag nicht, Herr Ba⸗ ron; ich habe nie ein verſtecktes Handeln gellebt. Aber der Wunſch des Vaters ſchien mir ein ſo berechtigter zu ſein, daß dadurch alle anderen Rückſichten weit überwo⸗ gen wurden. Ueberdieß war, unſerer Anſicht nach, nichts in der Sache, was mir und meiner Ehre hätte Schaden thun konnen. Daß ich meinen Stand verborgen und meinen Auftrag heimlich ausführen mußte, verſtand ſich von ſelbſt. Herr von Merlin wollte nicht reizen, ſondern ſchonen.
„So bin ich zu Ihnen gekommen, Herr Baron. Daß ich Ihnen durch die Wiederherſtellung des Cranach und durch das Portrait Ihrer Enkelin ein paar kleine Dienſte leiſten konnte, hat das Unbehagliche meiner Stellung ver⸗ mindert. Noch freier fühlte ich mich, als die Tochter, der ich mich natürlich entdeckte, mit Freuden die Einwilligung zu dem Bilde für ihren Vater gab. So ſtand alles gut, obgleich Frau von Merlin von dem Bilde endlich auf eine mir völlig räthſelhafte Weiſe erfahren hatte und mir


