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wie genau Ruprecht dasſelbe jetzt unterſuchte, er fand keine Spur, daß eine unberufene Hand dabei beſchäftigt geweſen, und er mußte endlich wohl annehmen, daß man ſich eines Nachſchlüſſels bedient habe, obgleich er dann einen ſolchen auch bei der einzigen Thür voraus⸗ ſetzen mußte, die in das Zimmerchen führte. Er hatte, ſo viel er ſich erinnerte, auch dieſe ſtets verſchloſſen gehalten.
Er wandte ſich endlich düſter ab und ging ins vor⸗ dere Zimmer zurück, um endlich den Brief zur Hand zu nehmen und— vorerſt das Couvert zu prüfen, ob es auch noch wohl verſchloſſen ſei. So beherrſchte ihn jetzt der Argwohn. Aber er fand Papier und Siegel unverletzt,
öffnete das Schreiben jetzt langſam und ſetzte ſich, da es⸗
lang war, zum Leſen bequem zurecht. Zuerſt las er ziem⸗ lich gleichgültig, bald jedoch wurden ſeine Züge immer ernſter und dann ſogar finſter. Einmal ſchaute er völlig beſtürzt, ja faſt entſetzt auf und eine lange Weile, als ſei er keines klaren Gedankens mächtig, gegen das Fenſter. Der dunklen Röthe, die ſein Geſicht überflammte, folgte ebenſo ſchnell eine tiefe, ſchier krankhafte Bläſſe, und als er endlich das letzte Blatt geleſen hatte, legte er den Brief langſam zuſammen, ſtand auf, klingelte und ſagte zu dem eintretenden Diener mit einer Handbewegung gegen ſeinen Koffer und den Kleiderſchrank nichts als das eine Wort: „Packen!“ Dann ſteckte er den Brief in die Bruſttaſche, 1861. 8. Der große Baron. I. 11


