Teil eines Werkes 
1. Theil (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

15

ſichtbarer werdende Schloß an ihrem Ende. Es war ein dunkler und alterthümlicher, aber gar ſtattlicher und großer Bau, der mit ſeinen verzierten Giebeln, mit ſchlanken Treppenthürmchen und vorſpringenden Erkern die Rück⸗ ſeite eines mäßigen Hofes einnahm. Auf beiden Seiten wurde der letztere, wie man es überall ähnlich findet, durch ein paar zwar maſſive, aber einfache Gebäude Stal⸗ lungen und Remiſen und nach vorn durch ein ſchweres eiſernes Gitter zwiſchen aus Granit gehauenen Pfeilern geſchloſſen. In ſeiner Mitte zeigte ſich ein Röhrenbrunnen von Linden umgeben, welche jedoch an Größe den Bäu⸗ men der Allee weit nachſtanden.

Jetzt fuhren ſie durch das Thor, auf deſſen Pfeilern ſteinerne Wappenſchilder befeſtigt waren, umkreiſten den Brunnen und hielten vor der großen Mittelthür, aus der ein Diener hervoreilte, während zugleich auch von dem einen der Seitengebäude ein Reitknecht gelaufen kam, um das Pferd des Reiters in Empfang zu nehmen. Und in der Thür ſelbſt erſchien ein alter ſtattlicher Mann mit unbedecktem ſchneeweißen Haupte, den bordirten Hut in der Hand und den dunkelgrünen Rock über der breiten Bruſt feſt geſchloſſen.

Hohenſeld und Ruprecht waren vom Wagen, Abs⸗ berg vom Pferde geſtiegen; erſt jetzt erſchien die mächtige Geſtalt des Letzteren in ihrer vollen Größe und Breite. Er trat zu dem Alten in der Thür und ſchlug ihm ver⸗